BEGEGNUNGEN 2020

Mithilfe von Kammermusik BEGEGNUNGEN aller Art herzustellen – das ist auch in diesem Jahr das Anliegen von Tianwa Yang. Mit ihrem Festival, welches vom 13. – 16. August 2020 in der UK14 und im Museum für Sepulkralkultur in Kassel stattfinden wird, führt sie altbekannte und neue Künstler*innen im musikalischen Dialog auf der Bühne zusammen. In vier Konzerten kombiniert sie die großen Werke der Kammermusik und stellt neue Sinnzusammenhänge her, die große Emotionen und fulminante Klänge erwarten lassen.

„Licht und Schatten“ als Metapher für einen ständig zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankenden Gemütszustand bestimmt grundlegend das erste Konzert, welches zwei große Klaviertrios Franz Schuberts und Dmitri Schostakowitschs und das selten gespielte Streichtrio Weinbergs, der Zeitgenosse und Bekannter des russischen Meisters war, gegenüberstellt.

Ganz nach Tradition des in den vergangenen Jahren bereits etablierten „Nachtkonzerts“ sind fantastische Klänge zu später Stunde am Folgetag in den dunklen Museumsräumlichkeiten zu hören. Zentral erklingen hier Robert Schumanns Märchenbilder für Klavier und Viola, Ludwig van Beethovens Mondscheinsonate und Pjotr Tschaikowskis Sérénade mélancholique und betten weitere Werke und Improvisationen im Sinne eines Fantasiecharakters ein.

Dass Frauen im Allgemeinen (und für viele Komponisten auch im Speziellen) Kompositionsgrundlage und Widmungsträgerinnen waren, ist allseits bekannt. Im dritten Konzert des Festivals sind Werke zu hören, bei denen genau dies der Fall war: Robert Schumanns Klavierquinett, Claude Debussys Klaviertrio und George Antheils La femme 100 têtes.

Johannes Brahms bezeichnete sein Streichquartett G-Dur op. 111 als sein bestes Werk und wollte danach nie wieder komponieren – es sollte allerdings nur ein „Vor-abschied“ sein, denn weitere große Werke folgten. Erklingen wird dieses Quartett in Verbindung mit Antonín Dvořáks Klaviertrio, welches das letzte Werk vor der Emigration des Komponisten in die USA und dem Beginn seiner neuen Schaffensphase sein sollte. Spannungsgeladene Klänge in György Kurtágs Aus der Ferne III runden das stimmungsvolle Programm ab.

Zu hören sind in diesem Jahr Tianwa Yang (Violine), Erika Geldsetzer (Violine), Wen Xiao Zheng (Viola), Liisa Randalu (Viola), Mikael Samsonov (Violoncello), Oren Shevlin (Violoncello), Markus Becker (Klavier) und William Youn (Klavier).