Das Festival

Mithilfe von Kammermusik BEGEGNUNGEN aller Art herzustellen – das ist auch in diesem Jahr das Anliegen von Tianwa Yang. Mit ihrem Festival, welches vom 19.–22. August 2021 in der Kasseler Friedenskirche und im Museum für Sepulkralkultur stattfinden wird, führt sie altbekannte und neue Künstler*innen im musikalischen Dialog auf der Bühne zusammen. In vier Kurzkonzerten kombiniert sie unter dem Titel „Licht und Schatten“ spannende Werke der Kammermusik und stellt neue Sinnzusammenhänge her, die große Emotionen und fulminante Klänge erwarten lassen.

„Licht und Schatten“ als Metapher für einen ständig zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankenden Gemütszustand bestimmt grundlegend das erste Konzert, welches zwei Klaviertrios Franz Schuberts und Dmitri Schostakowitschs gegenüberstellt.

Ganz nach Tradition des in den vergangenen Jahren bereits etablierten „Nachtkonzerts“ sind fantastische Klänge zu später Stunde am Folgetag in den dunklen Museumsräumlichkeiten zu hören. Zentral erklingen hier Franz Schuberts Fantasie C-Dur für Violine und Klavier sowie atmosphärische Klaviertrios Ernest Blochs und George Enescus und betten weitere Werke und Improvisationen im Sinne eines Fantasiecharakters ein.

Erst 18 Jahre alt war Claude Debussy bei der Fertigstellung seines Klaviertrios D-Dur, das im Vergleich zu seinen späteren impressionistischen Werken noch starke klassische Züge hat und deutlichen Einfluss Robert Schumanns zeigt. Dessen Klavierquintett Es-Dur begründet die Gattung des Klavierquintetts und gilt als Vorbild für spätere Komponisten. Schumann widmete das Quintett seiner Frau Clara, die ihren Mann für seinen unbändigen Schaffensprozess im Jahre 1842, in dem auch zahlreiche andere Kammermusikwerke entstanden, bewunderte.

Als roter Faden des Festivals zieht sich die Musik Franz Schuberts auch bis ins Finale: Das symphonisch lautende Streichquintett C-Dur, dem einzigen Werk Schuberts für diese Besetzung rundet die diesjährigen Begegnungen ab. Knapp eine Stunde dauert das fulminante viersätzige Werk, das zwei Monate vor dem Tod des Komponisten entstand und zu seinen Lebzeiten nicht mehr aufgeführt wurde. Dramatisch bewegt sich das Werk zwischen Licht und Schatten, zwischen der „Illusion ersehnten Glücks“ und der tragischen Erkenntnis der „miserablen Wirklichkeit“ eines Mannes, dessen Vorstellungen vom Leben nie in Erfüllung gingen.

Zu hören sind in diesem Jahr Tianwa Yang (Violine), Erika Geldsetzer (Violine), Wen Xiao Zheng (Viola), Mikael Samsonov (Violoncello), Oren Shevlin (Violoncello), Markus Becker (Klavier) und William Youn (Klavier).