Freitag
14. August 2026
20:00 Uhr
"Aus den Fugen geraten"
Nurit Stark Violine
Tianwa Yang Violine
Liisa Randalu Viola
Emma Wernig Viola
Lionel Martin Violoncello
Valentino Worlitzsch Violoncello
35 EUR | 30 EUR
Ab 19:00 Uhr: BEGEGNUNGEN MIT...
Der Musikwissenschaftler, Dramaturg und Tanzdirektor Dr. Thorsten Teubl im Gespräch mit Mitwirkenden des Festivals.
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Wenn Ordnung zerbricht: Die Fuge zwischen Form und Flucht in bewegten Zeiten – Mozart, Beethoven, Widmann, Enescu, Kodály und Krása treiben die Form an ihre Grenzen
Was passiert, wenn Musik aus der Ordnung gerät – oder sich gerade darin neu erfindet? Und was bedeutet „fuga“ heute, wo das Wort auch Flucht meint, Bewegung, ein Sich-Entziehen? Im Eröffnungskonzert der BEGEGNUNGEN steht die Fuge im Zentrum: jene strengste aller musikalischen Formen, die hier immer wieder an ihre Grenzen geführt wird. Schon bei Wolfgang Amadeus Mozart zeigt sich, wie sich barocke Strenge und klassischer Ausdruck verbinden lassen – als Rückblick und zugleich als Weiterdenken einer Tradition.
Auch George Enescu und Zoltán Kodály lösen sich von dieser Strenge und führen das Streichtrio in farbige, teils volksmusikalisch geprägte Klangwelten, in denen sich Freiheit und Form neu austarieren. Mit Ludwig van Beethoven gerät die musikalische Ordnung schließlich endgültig ins Wanken: Seine Große Fuge sprengt jede formale Erwartung und gilt bis heute als eines der kühnsten und kompromisslosesten Werke der Musikgeschichte. Auch Hans Krása knüpft mit seiner Passacaglia und Fuge an barocke Modelle an, überführt sie jedoch in eine eindringliche, von Brüchen geprägte Tonsprache des 20. Jahrhunderts.
Dass Beethoven auch anders konnte, zeigt sein frühes Streichtrio, das noch ganz dem klassischen Ideal verpflichtet scheint – bevor Jörg Widmann mit pulsierender Energie, rhythmischer Schärfe und eruptiver Klangsprache die Fuge endgültig in die Gegenwart katapultiert. Ein Auftakt, der Ordnung nicht bestätigt, sondern – wie so vieles in unserer Zeit – produktiv infrage stellt.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
aus den 6 dreistimmigen Präludien und Fugen KV 404a
Nr. 2 g-Moll, für Violine, Viola und Violoncello
Adagio | Fuga. Allegro
George Enescu (1881–1955)
Aubade
für Violine, Viola und Violoncello
Zoltán Kodály (1882–1967)
Intermezzo
für Violine, Viola und Violoncello
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Große Fuge B-Dur op. 133
für zwei Violinen, Viola und Violoncello
Hans Krása (1899–1944)
Passacaglia und Fuge
für Violine, Viola und Violoncello
Sehr ruhig | Fuga. Allegro molto
Ludwig van Beethoven
Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3
für Violine, Viola und Violoncello
Allegro con spirito | Adagio con espressione | Scherzo. Allegro molto e vivace | Finale. Presto
Jörg Widmann (*1973)
180 beats per minute
für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli
Feroce, agitato – Quasi una fuga, molto espressivo